Wissenswertes
Das künstliche Hüftgelenk für kleine Hunde und Katzen (sogenannte Mini TEP)
Auch bei kleinen Hunden und Katzenpatienten gibt es schwerwiegende Hüfterkrankungen, die mit einem künstlichen Hüftgelenk erfolgreich therapiert werden können. Neuere Studien zeigen, dass die Entfernung des Hüftkopfes (sogenannte Femurkopfhalsresektion), die bislang bei schweren Hüftleiden kleiner Patienten bevorzugt durchgeführt wurde, zu messbaren Defiziten in der Beweglichkeit führt. Eine Schmerzfreiheit ist nach dieser Operation nicht immer gewährleistet. Mini-Implantate für kleine Patienten gibt es inzwischen sogar für absolute Leichtgewichte. Die kleinsten Implantate können bereits ab einem Körpergewicht von 2 kg eingesetzt werden.
Neben der klassischen Hüftgelenksdysplasie gibt es weitere OP-Indikationen für kleine Patienten. Kleinwüchsige junge Hunde können unter einer sogenannten aseptischen Femurkopfnekrose (Morbus Legg Calve Perthes) leiden. Hier kommt es zu einer Durchblutungsstörung des Oberschenkelkopfes, dieser stirbt ab und deformiert, was schmerzhafte Lahmheiten erzeugt. Insbesondere bei kastrierten Katern kann es in jüngeren Jahren zur Ablösung einer Wachstumsfuge im Oberschenkelkopf (sogenannter slipped capital femoral head) kommen. Auch Frakturen des Oberschenkelkopfes oder Hüftgelenksluxationen die sich nicht stabil einrenken lassen, stellen Indikationen für eine Mini TEP dar.
Das künstliche Hüftgelenk stellt eine belastungsstabile und schmerzfreie Alternative zur Femurkofhalsresektion für diese Patienten dar.
Toy Pudel mit Aseptischer Femurkopfnekrose (Morbus Legg-Calvé-Perthes) rechts. Der Oberschenkelkopf ist deutlich formverändert. Beachten Sie außerdem, wie schmal die Oberschenkelmuskulatur rechts durch die starke Lahmheit ist.
Katze mit Künstlichem Hüftgelenk nach therapieresistenter Luxation durch eine zugrundeliegende Hüftgelenksdysplasie.