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Juli 3, 2026

Minimal-invasive Chirurgie in der Tiermedizin

Von Andreas Jungwirth, Tierarzt, Tierklinik Oberhaching

©Der Beitrag ist in der Ausgabe #41 des Fachmagazins HUNDERUNDEN erschienen und darüber hinaus online auf dem Fachportal JUST4VETS abrufbar (https://just4vets.online/aus-der-praxis/minimalinvasive-chirurgie).

Aktueller Stand, technische Grundlagen und klinische Anwendungen. 

Die minimal-invasive Chirurgie (MIC) hat sich in der Veterinärmedizin in den vergangenen Jahren von einem ergänzenden diagnostischen Verfahren zu einem festen Bestandteil moderner operativer Versorgung entwickelt. Insbesondere in der Kleintierchirurgie werden klassisch offene Operationstechniken zunehmend durch endoskopisch gestützte Verfahren ersetzt. Ihr Einsatzgebiet umfasst dabei vor allem die Thorakoskopie, Laparoskopie, Arthroskopie und Endoskopie, die sowohl für diagnostische als auch für therapeutische Zwecke genutzt werden. Die minimal-invasive Chirurgie bietet zahlreiche Vorteile, darunter eine geringere Gewebetraumatisierung, reduzierte postoperative Schmerzen, ein niedrigeres Risiko für Komplikationen und postoperative Infektionen, eine verkürzte Rekonvaleszenz sowie eine präzise, visuell kontrollierte Operationsführung.

Grundsätzlich basieren minimal-invasive Verfahren auf dem Arbeiten über kleine Zugänge unter kontinuierlicher Kamerasicht. Der Operateur arbeitet nicht direkt im Operationsfeld, sondern orientiert sich ausschließlich an einem vergrößerten Monitorbild. Der Zugang erfolgt über Trokare, die als Arbeitskanäle für Optik und Instrumente dienen. Insbesondere in der Laparoskopie wird zur Schaffung eines ausreichenden Arbeitsraums eine CO₂-Insufflation durchgeführt, während bei der Arthroskopie der Arbeitsraum durch das Spülen und Füllen der Gelenke mit Flüssigkeit erfolgt. Diese Technik ermöglicht eine gute Übersicht, erfordert jedoch ein grundlegendes Umdenken in der chirurgischen Arbeitsweise, da die direkte Palpation entfällt und die Orientierung rein visuell erfolgt.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die präzise Planung der Portalplatzierung. Bereits geringe Abweichungen können die Beweglichkeit der Instrumente deutlich einschränken und den Eingriff erschweren. Die korrekte räumliche Anordnung von Kamera und Arbeitsinstrumenten im Sinne der Triangulation ist dabei entscheidend. Ebenso ist eine sorgfältige Kontrolle des intraabdominalen Drucks erforderlich, um physiologische Beeinträchtigungen zu vermeiden.

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