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Das getrübte Auge beim Hund

Von Dr. Clara Rocholl, Tierärztin in Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung Augenheilkunde für Klein- und Heimtier, Tierklinik Oberhaching
©Der Beitrag ist in der Ausgabe #39 des Fachmagazins HUNDERUNDEN erschienen und darüber hinaus online auf dem Fachportal JUST4VETS abrufbar (https://just4vets.online/hundemedizin/getruebtes-auge).
Ein getrübtes Auge ist ein häufiger Vorstellungsgrund in der tierärztlichen Praxis und sorgt bei Tierbesitzer:innen oft für erhebliche Besorgnis. Meist wird ein grauer Schleier beschrieben, der plötzlich oder schleichend auftritt und unmittelbar die Sorge vor einer drohenden Erblindung weckt. Nicht selten handelt es sich auch um einen Notfall. Die Ursachen einer Augentrübung sind vielfältig. Sie kann die Hornhaut, die Linse oder das Augeninnere betreffen, diffus oder lokal begrenzt auftreten und sich in verschiedenen Farbvarianten darstellen. Nachfolgend werden einige der häufigsten Ursachen besprochen.
Hornhautveränderungen
Hornhautödem: Die Hornhaut (Kornea) besteht aus mehreren Schichten. Die äußerste Schicht bildet das Epithel mit der darunterliegenden Basalmembran. Die mittlere Schicht, das Stroma, ist mit ungefähr 90 % die dickste Schicht der Hornhaut. Danach folgt die Descemet-Membran und als innerste Schicht das Endothel. Bei einem Hornhautödem kommt es zu einer vermehrten Einlagerung von Wasser in das Hornhautstroma. Das Hornhautendothel enthält Ionenpumpen, welche Flüssigkeit aus dem Stroma in die vordere Augenkammer befördern und somit den Dehydratationszustand und gleichzeitig die physiologische Transparenz der Hornhaut aufrechterhalten. Infolge endothelialer Schäden kann es zu einer vermehrten Wassereinlagerung im Stroma kommen (Abb. 1). Mögliche Ursachen sind ein Glaukom, eine anteriore Uveitis sowie eine Endothelzelldegeneration oder – dystrophie. Ebenso kann es bei einer anterioren Linsenluxation durch mechanische Reibung an der Auflagestelle der Linse am Hornhautendothel zu einer Schädigung kommen.



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